Komturei Werben    Ein ökologisches Modellprojekt für Wohnen und Arbeiten an der Elbe        

Komturei Werben

Ein ökologisches 
Modellprojekt für 
Wohnen und Arbeiten
an der Elbe

Projekt
Termine
Geschichte
Ort

Verwalterinnenhaus
Langstall
Speicher
Scheune
Hof



Werben ist ein Phänomen!

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Mitten in einer der leersten und schönsten Landschaften an der Elbe wächst eine Gemeinschaft aus Dagebliebenen und Zugezogenen, die dem verwunschenen Städtchen seit einigen Jahren neues Leben einhaucht. Im ältesten Teil der Stadt, auf dem historischen Gelände des Johanniterordens, kommt nun ein neuer Ort dazu: die Komturei Werben.

Seit 2022 entwickeln wir hier durch behutsame Sanierung denkmalgeschützter Gebäude neue Räume für Wohnen, Arbeiten, Gastlichkeit und Resilienz. Ein Modellprojekt zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg. Ohne direkte Bahnanbindung. Mit Glasfaser-Anschluss. Ein Kraftakt. Das erste Gebäude ist geschafft und bis 2030 folgen vier weitere.

Manche sagen: „Mutig!“ Wir sagen: „Jetzt erst recht.“ Weil wir an die verbindende Energie des Miteinanders glauben. An eine Zukunft durch Offenheit und Klarheit. Weil wir von Bund, Land, Kommune und vielen Menschen in Werben dabei unterstützt werden. Und weil wir ein bisschen verliebt sind... in diesen Ort.

Ihr solltet mitmachen! Wir zeigen euch hier, was wir genau vorhaben, wann es passiert und wie ihr Mitgestalter:innen werdet. Meldet euch gern bei Interesse!

Im Jahr 1160 gründete Markgraf Albrecht der Bär in Werben eine Niederlassung des Johanniterordens. Sie wurde zur ersten und für lange Zeit wichtigsten Niederlassung des Ordens im östlichen Norddeutschland. Die Johanniter waren ursprünglich aus einer Hospitalgemeinschaft in Jerusalem hervorgegangen, die kranke und bedürftige Pilger versorgte. Später entwickelte sich daraus ein einflussreicher Ritterorden mit Landbesitz, adeligen Strukturen und militärischer Macht. Die Geschichte des Ortes ist also nicht nur fromm und fürsorglich, sondern von Beginn an auch politisch und widersprüchlich. 

In Werben entstand ein Ensemble aus Konventshaus und Wirtschaftsgebäuden, gruppiert um einen Hof, die Komturei. Am nordwestlichen Rand des Geländes steht bis heute, seit dem 13. Jahrhundert das sogenannte Romanische Haus. Es gilt als eines der ältesten erhaltenen Profangebäude Norddeutschlands. Das außergewöhnliche Zeugnis dieser frühen Baugeschichte gehört der Hansestadt Werben und wurde 2025 denkmalgerecht saniert. 

Nach der Reformation wurde aus der Kommende später eine preußische Domäne. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden auf historischen Fundamenten stattliche Backstein- und Wirtschaftsgebäude, wie sie für diese Zeit typisch sind. Sie ordneten sich der Johanniskirche unter und bildeten zugleich einen eigenen Hof: groß, robust und landwirtschaftlich geprägt. 

Während der DDR war die Komturei Teil der örtlichen LPG, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Viele Menschen aus Werben und der Umgebung verbinden bis heute Erinnerungen mit diesem Ort: Arbeit, Maschinen, Feste und das Kollektiv. Auch diese Zeit gehört dazu. Die Komturei war lange kein Denkmal im heutigen Sinn, sondern ein Nutzort.

Nach der Wende wurde das Gelände nur noch teilweise und eher informell genutzt. Es gab schöne Momente, wilde Partys, Public Viewings und spontane Aneignungen. Gleichzeitig nagten Wetter, Leerstand und fehlende Pflege an den denkmalgeschützten Gebäuden. Was früher ein wichtiger räumlicher Anker im Zentrum Werbens war, drohte Stück für Stück zu verschwinden. Mehrere Versuche, die Komturei neu zu beleben, verliefen im Sande. Vermutlich schauen deshalb viele Menschen in Werben heute sehr genau hin. Kritisch, interessiert und oft mit gedrückten Daumen. 

Für uns ist die Sanierung der Komturei mehr als die Rettung alter Mauern. Sie ist die Chance, einen geschichtsträchtigen Hof, der immer wieder von Gemeinschaften geprägt wurde, in die Gegenwart zu holen. Nicht als Museum. Nicht als Kulisse. Sondern als lebendigen Ort für Wohnen, Arbeiten, Urlauben und Zusammenleben. Gemeinschaft kann dieser Ort. Jetzt eben anders.

Termine

Zukünftige


2026


22. August 2026 – 14.00 Uhr Führung Komturei Werben, während Festival ZUKUNFT PFLANZEN

13. September 2026 – Tag des offenen Denkmals

05. November 2026 – 19.00 Uhr Info-Treffen, Online, mit Anmeldung


Vergangene


2026

04. Juli 2026 – Führung Komturei Werben, während Biedermeiermarkt

21. Juni 2026 – Limonade trinken und Aufbau eines 1:1-Modells einer Wohnung im Langstall, MDR Fernseh-Dreh


2025


13. Dezember 2025 – Pläne, Punsch und Plätzchen, offener Hof während Biedermeiermarkt

14. September 2025 – Tag des offenen Denkmals

16. August 2025 – Informationstag
„Bisschen einsam, aber gemeinsam“ – Einladung an Interessierte, einen neuen Ort zum Leben, Arbeiten und Wirken auf dem Land kennenzulernen



25. Juli 2025 – MDR-Radiobericht

Juli 2025 – Eröffnung der Ferienwohnungen im Verwalterinnenhaus und Veröffentlichung der neuen Website

21. Juni 2025 – TOR AUF 4
Fertigstellung des Verwalterinnenhauses

23. Mai 2025 – ZDF Aspekte
Ausstrahlung der Reportage „Umbau statt Abreißen: Die Revolution in Deutschlands Städten?“

09.–11. Mai 2025 – KIT-Workshop auf der Komturei
Architekturstudierende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Gastprofessor Jurek Brüggen beschäftigen sich mit dem Baustoff Lehm. Der Workshop wird von Tobias Titz begleitet und von Anne Schwalbe fotografisch dokumentiert.

29. April 2025 – Präsentation an der ČVUT Prag
AFEA stellt die Komturei Werben und das Konzept für barrierefreies Wohnen im Langstall an der Tschechischen TU Prag vor.

28. April 2025 – Dreharbeiten für ZDF Aspekte
Das Redaktionsteam begleitet einen Tag lang das Bauen im Bestand auf der Komturei Werben.

15. März 2025 – TURN ON Festival Wien
Vorstellung der Komturei Werben im Rahmen des internationalen Architekturfestivals


2024


08. September 2024 – Tag des offenen Denkmals

29. Juni 2024 – TOR AUF 3
Baustellenführung und Projektvorstellung

2023


November 2023 – Veröffentlichung „Zukunft statt Leerstand“
Die Komturei Werben wird Teil der Publikation des Netzwerks Zukunftsorte.

17. November 2023 – Große Zukunftsorte-Schau
Eröffnung der Ausstellung des Netzwerks Zukunftsorte mit Beteiligung der Komturei Werben

November 2023 – MDR-Radiobericht

Oktober 2023 – Rundgang im Rahmen der Langen Woche der Nachhaltigkeit

06. Oktober 2023 – Spatenstich für das Verwalterinnenhaus

Oktober 2023 – Beginn der Sanierung des Verwalterinnenhauses

September 2023 – Vorvertrag mit der Borghardt Stiftung Stendal
Abschluss der Vereinbarung für das betreute Wohnen im Langstall

September 2023 – Zukunftsort im Aufbau
Aufnahme in das Netzwerk Zukunftsorte

22. Juli 2023 – TOR AUF 2
Projektvorstellung im Langstall

Juli 2023 – Subbotnik 04

22. Mai 2023 – Baugenehmigung für das Verwalterinnenhaus

Mai 2023 – Subbotnik 03

April 2023 – Subbotnik 02

April 2023 – Entwurfssemester der TU Darmstadt
Das Fachgebiet Entwerfen und Nachhaltiges Bauen arbeitet auf der Komturei Werben

März 2023 – Konzeptstudie Langstall

Januar 2023 – 3D-Scan des Geländes

2022


11. November 2022 – TOR AUF 1
Erste öffentliche Projektvorstellung im Langstall

September 2022 – Subbotnik 01

Juni 2022 – Rückbau der Garagen am Langstall

März 2022 – Bauantrag für das Verwalterinnenhaus

Februar 2022 – MDR-Radiobericht

2021


Dezember 2021 – MDR-Bericht „Kleinstadthelden“

November 2021 – Notarielle Beurkundung des Kaufvertrags

März 2021 – Zweite Präsentation im Stadtrat

2020


November 2020 – Erste Präsentation im Stadtrat

Voll historisch!

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Werben nennt sich selbst die wohl kleinste Hansestadt der Welt. Das klingt nach Postkarte, stimmt aber auch. Werben ist klein, schön, eigenwillig und historisch schwer! Rund um die riesige St. Johanniskirche, die alten Bürgerhäuser und eingerahmt von den Resten der Stadtbefestigung zeigt sich ein Stadtkern, der über Jahrhunderte gewachsen ist und nach der Wende beinahe verloren gegangen wäre. Viele Häuser standen leer, manches verfiel. 

Seit einigen Jahren kommt wieder Bewegung in den Ort: durch engagierte Bewohner:innen, Zugezogene, starke Vereine und eine lebendige Stadtgesellschaft. Auch die Komturei blüht wieder auf. 

Schon die Johanniter lebten und arbeiteten hier gemeinschaftlich – unter Bedingungen, die mit heutigen Vorstellungen von Gemeinschaft wenig zu tun haben und die trotzdem eine Spur legen. Wir knüpfen daran nicht nostalgisch an. Aber wir wissen, auf welchem Boden wir stehen. Und wir haben Lust, diesem historischen Hof einen neuen, zeitgemäßen gemeinschaftlichen Impuls zu geben: offen, zugänglich und mit Respekt vor dem, was vor uns war. 



Im Jahr 1160 gründete Markgraf Albrecht der Bär in Werben eine Niederlassung des Johanniterordens. Sie wurde zur ersten und für lange Zeit wichtigsten Niederlassung des Ordens im östlichen Norddeutschland. Die Johanniter waren ursprünglich aus einer Hospitalgemeinschaft in Jerusalem hervorgegangen, die kranke und bedürftige Pilger versorgte. Später entwickelte sich daraus ein einflussreicher Ritterorden mit Landbesitz, adeligen Strukturen und militärischer Macht. Die Geschichte des Ortes ist also nicht nur fromm und fürsorglich, sondern von Beginn an auch politisch und widersprüchlich. 

In Werben entstand ein Ensemble aus Konventshaus und Wirtschaftsgebäuden, gruppiert um einen Hof, die Komturei. Am nordwestlichen Rand des Geländes steht bis heute, seit dem 13. Jahrhundert das sogenannte Romanische Haus. Es gilt als eines der ältesten erhaltenen Profangebäude Norddeutschlands. Das außergewöhnliche Zeugnis dieser frühen Baugeschichte gehört der Hansestadt Werben und wurde 2025 denkmalgerecht saniert. 

Nach der Reformation wurde aus der Kommende später eine preußische Domäne. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden auf historischen Fundamenten stattliche Backstein- und Wirtschaftsgebäude, wie sie für diese Zeit typisch sind. Sie ordneten sich der Johanniskirche unter und bildeten zugleich einen eigenen Hof: groß, robust und landwirtschaftlich geprägt. 

Während der DDR war die Komturei Teil der örtlichen LPG, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Viele Menschen aus Werben und der Umgebung verbinden bis heute Erinnerungen mit diesem Ort: Arbeit, Maschinen, Feste und das Kollektiv. Auch diese Zeit gehört dazu. Die Komturei war lange kein Denkmal im heutigen Sinn, sondern ein Nutzort.

Nach der Wende wurde das Gelände nur noch teilweise und eher informell genutzt. Es gab schöne Momente, wilde Partys, Public Viewings und spontane Aneignungen. Gleichzeitig nagten Wetter, Leerstand und fehlende Pflege an den denkmalgeschützten Gebäuden. Was früher ein wichtiger räumlicher Anker im Zentrum Werbens war, drohte Stück für Stück zu verschwinden. Mehrere Versuche, die Komturei neu zu beleben, verliefen im Sande. Vermutlich schauen deshalb viele Menschen in Werben heute sehr genau hin. Kritisch, interessiert und oft mit gedrückten Daumen. 

Für uns ist die Sanierung der Komturei mehr als die Rettung alter Mauern. Sie ist die Chance, einen geschichtsträchtigen Hof, der immer wieder von Gemeinschaften geprägt wurde, in die Gegenwart zu holen. Nicht als Museum. Nicht als Kulisse. Sondern als lebendigen Ort für Wohnen, Arbeiten, Urlauben und Zusammenleben. Gemeinschaft kann dieser Ort. Jetzt eben anders.

Modellprojekt, das Zukunft einlädt

Werben liegt im ländlichen Raum, in der idyllischen Altmark. So schön diese Landschaft ist – der demografische Wandel, die ausgedünnte Mobilität und Lücken in der Daseinsvorsorge sind hier sehr real und im Alltag spürbar. Benötigt wird hier nicht noch weniger Zukunft, sondern mehr davon. Nicht Kopf in den Sand. Kopf in den Wind!

Die Komturei Werben steht für den Anspruch der Stadt, nicht aufzugeben. Seit Jahren wird Haus für Haus im Ort saniert. Für die Rettung der stark verfallenen, aber denkmalgeschützten Gebäude auf dem Hof der Komturei Werben werden wir von engagierten Einwohnern, dem Bürgermeister, dem Stadtrat, aber auch vom Land und vom Bund unterstützt. Ein Kraftakt für alle. Aber einer der belebt!

Auf dem Gelände der Komturei entsteht kein einzelnes Hausprojekt, sondern gleich ein ganzer Hof neuer Möglichkeiten. Etappenweise sanieren wir die einzelnen Gebäude, geben ihnen mehrere neue Aufgaben: Ferienwohnungen im Verwalterinnenhaus, betreutes Wohnen im Alter im Langstall, Cluster-Wohnungen im Speicher, Arbeiten und temporäres Wohnen in der Scheune, dazu gemeinschaftliche Räume und Flächen im Hof und Garten. Jedes Gebäude bekommt so eine eigene Rolle. Zusammen bilden sie ein Modell dafür, was ländliche Entwicklung im Bestand heute sein kann: ökologisch, gemeinschaftlich, temporär nutzbar, dennoch verbindlich und attraktiv für Menschen, die nicht mehr zwischen Stadt und Land trennen wollen. Für mehr Zukunft.

Mit diesem Anliegen ist die Komturei Werben seit September 2023 erfreulicherweise auch Mitglied im bundesweiten Netzwerk Zukunftsorte.



Für uns ist die Komturei mit alldem ein Modellprojekt. Wir probieren an einem baulich schwierigen, denkmalgeschützten Ort aus, was in vielen Regionen gebraucht wird: bezahlbare und flexible Wohnformen, auch für Ältere, damit sie bleiben können, neue Arbeitsweisen, mehr Begegnung, stärkere Verbindlichkeit, teilen von Ressourcen und eine Bauweise, die den Bestand ernst nimmt.

Nichts wird einfach abgerissen, was geht wird saniert, repariert und weitergedacht. Vorhandene Materialien sollen wiederverwendet, neue Bauteile möglichst kreislaufgerecht eingesetzt werden. Energie, Wasser, Schatten, Pflanzen und Tiere werden im Konzept mitgedacht. Der Hof soll nicht nur funktionieren, sondern lebendig werden. Das bedeutet für uns „ökologisch“.

Und wir vertrauen dem Temporären. Nicht alle, die in die Komturei kommen, werden sofort nach Werben ziehen. Manche bleiben für ein paar Tage, andere für Wochen oder Monate, einige doch für immer. Zum Arbeiten, Ausprobieren, Pflegen, Bauen, Erholen oder Erleben. Gerade darin sehen wir eine Chance: Die Komturei kann ein Einstieg sein in ein anderes Verhältnis zum Land. Nicht Wochenendhaus-Romantik. Sondern ein Ort, an dem man testen kann, wie viel Werben, wie viel Altmark ins eigene Leben passt.

Mit der Komturei Werben schließen wir an das an, was schon lange hier war und an das, was neu gewachsen ist. Und fügen noch etwas hinzu: Raum, Energie, Öffentlichkeit, Mut und neue Zumutungen. Denn für einen Hof, der die Zukunft einladen will, reicht es nicht, nur hübsch herausgeputzt zu sein. Er muss auch rocken.




Verwalterinnenhaus first

www.verwalterinnenhaus.de    


Das erste Haus am Platz, es ist bereits fertig. Baustart war im Oktober 2023 und im Juli 2025 haben wir das frisch sanierte, ehemalige Verwalterhaus mit sechs Ferienwohnungen in Betrieb genommen – nun als Verwalterinnenhaus. Hier könnt ihr schon testen, wie sich das Wohnen und Arbeiten in der Komturei Werben anfühlt.

Das Verwalterinnenhaus ist das repräsentativste und am besten erhaltene Gebäude des Ensembles. Wir haben es denkmalgerecht und mit ökologischen Materialien saniert. Historische Fenster, Holzdielen, Dachziegel und sogar Teile der alten Deckenfüllungen konnten restauriert oder wiederverwendet werden. Lehm- und Kalkputze, Kalkestrich und Holz ergänzen den Bestand. Auf Zement haben wir weitgehend verzichtet.



Neue Gauben und Balkone sind bewusst zeitgenössisch gestaltet und bleiben als Ergänzungen erkennbar. Im ausgebauten Dachgeschoss und den weiteren Etagen entstanden sechs Ferienwohnungen. Zwei davon liegen barrierefrei im Gartengeschoss. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse mit Blick in den Hof oder über Werben.

In den vermutlich deutlich älteren Gewölben des Untergeschosses haben wir eine Sauna mit Ruhe- und Duschbereich eingerichtet. Gäste des Hauses können sie gemeinschaftlich nutzen, zusätzlich ist sie auch für externe Besucher:innen aus Werben und der Umgebung buchbar. So ist schon mit dem ersten sanierten Gebäude ein neuer Ort zum Entspannen und Begegnen für die Stadt entstanden.

Die Sanierung wurde durch eine private Investorin ermöglicht. Wir haben das Haus langfristig gepachtet und betreiben es als Gästehaus. Die Eigentums- und Nutzungsstruktur ist so angelegt, dass das Verwalterinnenhaus später in das gemeinschaftliche Ensemble der Komturei eingebunden werden kann. Damit zeigt dieses erste Gebäude auch, dass wir bei Finanzierung und Eigentum offen für unterschiedliche, zum Projekt passende Lösungen sind.

Seit dem Sommer 2025 ist das Haus nun also wieder bewohnbar. Zwischen historischen Ziegeln, sorgfältigem Handwerk und weitem Himmel findet ihr hier Ruhe, Atmosphäre und einen ersten Eindruck davon, wie sich die Komturei weiterentwickelt.

Langstall

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Am Langstall lässt sich eine reichhaltige Geschichte verschiedenster Baumaßnahmen ablesen. Bauhistorisches Mauerwerk mit Zierfries, eine Rhytmisierung mit vorspringenden, einst die Futterluken markierenden Segmente, zugemauerte sowie neu hineingeschnittene Öffnungen charakterisieren die Fassade. Diese Collage wird ergänzt mit einer Struktur aus Stahlstützen, welche den neuen Dachstuhl trägt. Letztere Baumaßnahme ist zu verdanken, dass die Struktur des Gebäudes über die Jahre der Nicht-Nutzung vor Witterung geschützt wurde. Das effiziente, aber wenig bestandssensiblen Raster stellt eine spannende Entwurfsaufgabe dar, es steht in historischen Öffnungen, die Oberkante des Rohboden ist weit über dem bestehenden Terrain und der Zierfries wurde teils zugunsten des neuen Auflagers für Dachbalken zerstört. 

Geplante Nutzung

Für den Langstall ist barrierefreies Wohnen, betreut von einer Stiftung, geplant. Der Bedarf für barrierefreie Wohnungen ist in ganz Deutschland riesig und besonders in Werben, wo die Fachwerkhäuser zwar für großen Charme aber auch viele Barrieren sorgen.  Es sind 6 Studios, 1 Gemeinschaftsraum  und 2 grössere Wohnungen geplant.



Konstruktion

Der Bestandsmauern sind aus historischen und neuzeitlichen Ziegeln, das Dach wurde 2016 als Sicherungsmaßnahme realisiert und ist dicht.  Für die Realisierung der Wohnräume ist ein demontierbares, vorgefertigtes Haus in Holz-Elementbauweise geplant. 

Konzept

AFEA sieht sich als Akteurin für eine begrenzte Zeit und hat dementsprechend geplant, den Bestand maximal zu erhalten. So entwickelte sich das Konzept vom “Haus im Haus”, welches lediglich die Bestandsöffnungen auf den Boden erweitert, um die Wohnnutzung mit genügend Licht versorgen zu können. Nachgebildete, abstrahierte Futterluken werden dem Wunsch der Denkmalpflege gerecht. Das gesamte Abrücken der neuen Struktur sorgt zudem für eine material-effiziente und bauphysikalisch-optimierte Hülle. Den zukünftigen BewohnerInnen wird es freistehen, wie sie ihren Alltag leben möchten - zum Hof im Osten oder zum Garten im Westen hin wohnen oder schlafen. So wird trotz der effizient bemessenen Wohnfläche eine Grosszügigkeit gewährleistet und die Möglichkeit, wählen zu können. Ein Rundlauf durch das barrierefreie Bad und Küche verhindert das Entstehen von nicht nutzbarer Verkehrsfläche. Den BewohnerInnen im Obergeschoss stehen loggiaähnliche Außenräume in den Futterluken zur Verfügung, grosse Terrassen befinden sich an den Gebäudeköpfen, wo die offene Dachfläche einen Blick auf das Haus-im-Haus geben.  

Interesse an sozialem Wohnen und Investment

Die barrierefreien Wohnungen im Langstall werden künftig von der Borghardt-Stiftung betrieben, die Betreuung und Vermietung übernimmt. Entstehen soll ein Ort für betreutes Wohnen – für Menschen mit Pflegebedarf, die im ländlichen Raum bislang kaum geeigneten Wohnraum finden.

Speicher

  


Im ehemaligen Rinderstall sind gemeinschaftlich-orientierte Wohnungen geplant. Flexible Grundrisse sollen auf sich ändernde Lebens- und Wohnverhältnisse reagieren können. So wird den BewohnerInnen ermöglicht, nach räumlichem Bedarf zu wohnen. Eine gewisse Anzahl von Wohnungen wird barrierefrei sein.



Konstruktion

Die Außenwände sind noch genug intakt, sodass diese weiter genutzt werden können. Die Tragstrutkur des Daches und der Innenräume war aber leider zu lange Wind und Wetter ausgesetzt, sodass sie geräumt werden müssen. Innen sollen kreislaufgerechte, demontierbare Materialien die neuen Wohnungen gestalten, sodass später einmal andere und neue AkteurInnen unsere Eingriffe weiter- und umbauen können. 

Gemeinsam leben, gemeinsam gestalten

Für den Speicher suchen wir Menschen, die nicht nur eine Wohnung suchen, sondern ein gemeinschaftliches Lebensmodell mitentwickeln möchten. Die geplanten Einheiten sollen Teil einer Genossenschaft werden – getragen von dem Gedanken, Ressourcen zu teilen, Verantwortung zu übernehmen und ein soziales Miteinander zu leben. Flexible Grundrisse, barrierefreie Einheiten und ein klimagerechter Ausbau bilden die Grundlage – der Rest entsteht durch die Gruppe selbst.

Scheune

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Der größte Baustein der Komturei ist die Scheune. Zwischen zwei Stirnmauern aus Ziegeln stehen erstaunlich gut erhaltene Binder aus Eichenholz. Sie lassen sich laut Zimmerer in ihre Einzelteile zerlegen, ausbessern oder ersetzen wo nötig, und wieder zusammenbauen. Markant aber auch bedrohlich schräg ragt der Turm aus der undichten Dachhaut hinaus. An ihm und der Holzbindern lässt sich leider der rasant vorschreitende Zerfall ablesen und beobachten. Möglichst bald soll das Gebäude gesichert werden. 

Die Scheune bietet mit ihrer Größe das Potenzial, stillem Gewerbe, Kreativen und Büros Arbeitsraum anbieten zu können. Nach Aussagen befreundeter Kreativen sind Studios in ländlichen Regionen als Pendant zum Sitz in der Stadt gern gesucht - mit der Bedingung, sie individuell, auf deren Bedürfnisse und vor allem finanziellen Mitteln abgestimmt ausbauen zu können. 

Geplante Nutzung

Einst wurden große Landwirtschaftsmaschinen untergestellt, die für den Betrieb der LPG notwendig waren. Das Waagehäuschen mit Waageplattform bzw. deren Grube vor der Scheune sind ein weiteres Relikt dieser alten Nutzung. Für die Zukunft ist die Aufteilung in 5 Einheiten geplant, wo das Essenzielle für eine Büro-, Studio- oder Werkstattnutzung zur Verfügung gestellt wird: Anschluss von Warm- und Kaltwasser, Heizung, Strom und Internet. Je nach Budget und Bedarf können die NutzerInnen den Raum weitergestalten.



Konstruktion

Die Stirnwände, sowie die Binder werden erhalten. Das Dach wird aufgrund seines desolaten Zustand durch ein neues ersetzt, das vollflächig mit Photovoltaik ausgestattet ist.

Konzept

Der Rohbau und die wärmegedämmte Hülle wird zum individuellen Ausbau zur Verfügung gestellt. Die Fassade wird mehrschichtig aufgebaut, so dass sich die nutzbare Fläche den Jahreszeiten anpassen lässt. Raum für Gemeinschaft Für die Scheune wird eine Baugruppe bzw. Genossenschaft gegründet: Menschen, die nicht nur Raum suchen, sondern ihn auch mitgestalten wollen. Ob Werkstatt, Atelier oder Büro – wer Teil des Projekts wird, kann den Ausbau der eigenen Einheit mitplanen und so individuelle Arbeits- und Lebensräume schaffen. Die Infrastruktur steht – Strom, Wasser, Wärme, Internet – der Rest entsteht gemeinsam.

Hof

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Wo früher schwere Landmaschinen fuhren und Mist gelagert wurde, blühen und gedeihen heute verschiedenste Pflanzen, Insekten und Vögel haben ihren Lebensraum im Hof. Das Wilde und Offene wird auch in Zukunft als Konzept aufgegriffen und für den barrierefreien Zugang zu den Häusern und Wohnungen leicht angepasst. Kinderwagen und Rollstühle, aber auch Rollatoren sollen den Hof schwellenlos passieren können. Für Autos und E-Bikes ist am südlichen Ende der Komturei ein begrünter, schattiger Parkplatz mit Ladesäulen vorgesehen.

Der Hof fasst alle Zugänge zu den Gebäuden zusammen und ist so groß, dass jedes Gebäude über einen ausreichenden Vorgarten verfügt. Die Durchfahrt mit motorisierten Fahrzeugen wird nicht erlaubt,  aber die beiden Tore werden immer für FußgängerInnen, RadfahrerInnen und Zubringer:innen offen sein. Der Hof soll vor allem auch Werberaner:innen und Menschen aus der Umgebung, TouristInnen und BewohnerInnen der Komturei zum Verweilen zur Verfügung stehen.  Es ist geplant, neue Bäume zu pflanzen, eine Wasserfläche in der ehemaligen Mistgrube anzulegen und weitere insektenfreundliche Stauden, Blumen und Gräser auszusäen.  




Komturei Werben


Die Komturei Werben ist ein ökologisches Modellprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Auf dem historischen Johannitergelände entstehen durch die behutsame Sanierung denkmalgeschützter Gebäude neue Orte für Wohnen, Arbeiten, Gastlichkeit und Gemeinschaft. Das Projekt versteht sich als Reallabor für nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum.

Kontakt


Bei Interesse, Fragen oder Anregungen freuen wir uns über eure Nachricht.

Gerne informieren wir euch über den aktuellen Projektstand und senden auf Anfrage weitere Informationen oder Projektbroschüren zu. Für verschiedene Nutzungen führen wir zudem unverbindliche Interessenten-Listen. Wir freuen uns, wenn ihr Kontakt zu uns aufnehmt.

Mail: mail(at)komturei.info
Post: AFEA Kirchplatz 6, 39615 Werben (Elbe)
Telefon: +49 1792010579

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