Komturei Werben Ein ökologisches Modellprojekt an der Elbe  



Komturei Werben

Werben ist ein Phänomen. Mitten in einer der leersten und schönsten Landschaften an der Elbe wächst eine Gemeinschaft aus Dagebliebenen und Zugezogenen, die dem verwunschenen Städtchen seit einigen Jahren neues Leben einhaucht. Im ältesten Teil der Stadt, auf dem historischen Gelände des Johanniterordens, kommt nun ein neuer Ort dazu: die Komturei Werben.

Seit 2022 entwickeln wir hier durch behutsame Sanierung denkmalgeschützter Gebäude neue Räume für Wohnen, Arbeiten, Gastlichkeit und Resilienz. Ein Modellprojekt zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg. Ohne direkte Bahnanbindung. Mit Glasfaser-Anschluss. Ein Kraftakt. Das erste Gebäude ist geschafft und bis 2030 folgen vier weitere.

Manche sagen: „Mutig!“ Wir sagen: „Jetzt erst recht.“ Weil wir an die verbindende Energie des Miteinanders glauben. An eine Zukunft durch Offenheit und Klarheit. Weil wir von Bund, Land, Kommune und vielen Menschen in Werben dabei unterstützt werden. Und weil wir ein bisschen verliebt sind... in diesen Ort.

Ihr solltet mitmachen! Wir zeigen euch hier, was wir genau vorhaben, wann es passiert und wie ihr Mitgestalter:innen werdet. Meldet euch gern bei Interesse.





Termine

Zukünftige Events


2026


04. Juli 2026 – 12.30h Führung Komturei Werben, während Biedermeiermarkt

06. August 2026 – 19.00h Online Info Meeting

22. August 2026 – 14.00h Führung Komturei Werben, beim Festival ZUKUNFT PFLANZEN

13. September 2026 – Tag des offenen Denkmals

05. November 2026 – 19.00h Online Info Meeting Komturei



Vergangene Events


2026

21. Juni 2026 – 13.00 - 14.00h Limonade trinken und Aufbau eines 1:1 Modell von einer Wohnung im Langstall und MDR Fernsehdreh



2025


14. September 2025 – Tag des offenen Denkmals

16. August 2025 – Informationstag
„Bisschen einsam, aber gemeinsam“ – unter diesem Motto lädt die Komturei Werben Interessierte ein, einen neuen Ort zum Leben, Arbeiten und Wirken auf dem Land kennenzulernen.

25. Juli 2025 – MDR-Radiobericht

Juli 2025 – Eröffnung der Ferienwohnungen im Verwalterinnenhaus und Veröffentlichung der neuen Website.

21. Juni 2025 – TOR AUF 4
Fertigstellung des Verwalterinnenhauses.

23. Mai 2025 – ZDF Aspekte
Ausstrahlung der Reportage „Umbau statt Abreißen: Die Revolution in Deutschlands Städten?“.

09.–11. Mai 2025 – KIT-Workshop auf der Komturei
Architekturstudierende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Gastprofessor Jurek Brüggen beschäftigen sich mit dem Baustoff Lehm. Der Workshop wird von Tobias Titz begleitet und von Anne Schwalbe fotografisch dokumentiert.

29. April 2025 – Präsentation an der ČVUT Prag
AFEA stellt die Komturei Werben und das Konzept für barrierefreies Wohnen im Langstall an der Tschechischen Technischen Universität Prag vor.

28. April 2025 – Dreharbeiten für ZDF Aspekte
Das Redaktionsteam begleitet einen Tag lang das Bauen im Bestand auf der Komturei Werben.

15. März 2025 – TURN ON Festival Wien
Vorstellung der Komturei Werben im Rahmen des internationalen Architekturfestivals.
15. März 2025 – TURN ON Festival Wien
Vorstellung der Komturei Werben im Rahmen des internationalen Architekturfestivals.



2024


202408. September 2024 – Tag des offenen Denkmals
Baustellenführung um 12 Uhr.

29. Juni 2024 – TOR AUF 3
Baustellenführung und Projektvorstellung.

2023


November 2023 – Veröffentlichung „Zukunft statt Leerstand“
Die Komturei Werben wird Teil der Publikation des Netzwerks Zukunftsorte.

17. November 2023 – Große Zukunftsorte-Schau
Eröffnung der Ausstellung des Netzwerks Zukunftsorte mit Beteiligung der Komturei Werben.

November 2023 – MDR-Radiobericht

Oktober 2023 – Rundgang im Rahmen der Langen Woche der Nachhaltigkeit

06. Oktober 2023 – Spatenstich für das Verwalterinnenhaus

Oktober 2023 – Beginn der Sanierung des Verwalterinnenhauses

September 2023 – Vorvertrag mit der Borghardt Stiftung Stendal
Abschluss der Vereinbarung für das betreute Wohnen im Langstall.

September 2023 – Zukunftsort im Aufbau
Aufnahme in das Netzwerk Zukunftsorte.

22. Juli 2023 – TOR AUF 2
Projektvorstellung im Langstall.

Juli 2023 – Subbotnik 04

22. Mai 2023 – Baugenehmigung für das Verwalterinnenhaus

Mai 2023 – Subbotnik 03

April 2023 – Subbotnik 02

April 2023 – Entwurfssemester der TU Darmstadt
Das Fachgebiet Entwerfen und Nachhaltiges Bauen arbeitet auf der Komturei Werben.

März 2023 – Konzeptstudie Langstall

Januar 2023 – 3D-Scan des Geländes

2022


11. November 2022 – TOR AUF 1
Erste öffentliche Projektvorstellung im Langstall.

September 2022 – Subbotnik 01

Juni 2022 – Rückbau der Garagen am Langstall

März 2022 – Bauantrag für das Verwalterinnenhaus

Februar 2022 – MDR-Radiobericht

2021


Dezember 2021 – MDR-Bericht „Kleinstadthelden“

November 2021 – Notarielle Beurkundung des Kaufvertrags

März 2021 – Zweite Präsentation im Stadtrat

2020


November 2020 – Erste Präsentation im Stadtrat

Der historische Hof in der Hansestadt Werben an der Elbe 

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Werben nennt sich selbst die wohl kleinste Hansestadt der Welt. Das klingt nach Postkarte, ist aber auch wahr. Werben ist klein, schön, eigenwillig und historisch schwer! Rund um die St. Johanniskirche, die alten Bürgerhäuser und die Reste der Stadtbefestigung zeigt sich ein Stadtkern, der über Jahrhunderte gewachsen ist und nach der Wende beinahe verloren gegangen wäre. Viele Häuser standen leer, vieles verfiel. Seit einigen Jahren aber kommt wieder Bewegung in den Ort: durch engagierte Bewohner:innen, Zugezogene, starke Vereine und eine lebendige Stadtgesellschaft. 

Die Komturei liegt genau in diesem Zentrum. Sie ist kein Ort am Rand, sondern ein fehlendes Stück Mitte. Schon die Johanniter lebten und arbeiteten hier gemeinschaftlich – unter Bedingungen, die mit heutigen Vorstellungen von Gemeinschaft wenig zu tun haben und trotzdem eine Spur legen. Wir knüpfen daran nicht nostalgisch an. Aber wir wissen, auf welchem Boden wir stehen. Und wir haben Lust, diesem historischen Hof einen neuen, zeitgemäßen gemeinschaftlichen Impuls zu geben: offen, zugänglich und mit Respekt vor dem, was vor uns war. 



Im Jahr 1160 gründete Markgraf Albrecht der Bär in Werben eine Niederlassung des Johanniterordens. Sie wurde zur ersten und für lange Zeit wichtigsten Niederlassung des Ordens im östlichen Norddeutschland. Die Johanniter waren ursprünglich aus einer Hospitalgemeinschaft in Jerusalem hervorgegangen, die kranke und bedürftige Pilger versorgte. Später entwickelte sich daraus ein einflussreicher Ritterorden mit Landbesitz, adeligen Strukturen und militärischer Macht. Die Geschichte des Ortes ist also nicht nur fromm und fürsorglich, sondern von Beginn an auch politisch und widersprüchlich. 

In Werben entstand ein Ensemble aus Konventshaus und Wirtschaftsgebäuden, gruppiert um einen Hof, die Komturei. Am nordwestlichen Rand des Geländes steht bis heute, seit dem 13. Jahrhundert das sogenannte Romanische Haus. Es gilt als eines der ältesten erhaltenen Profangebäude Norddeutschlands. Das außergewöhnliche Zeugnis dieser frühen Baugeschichte gehört der Stadt Werben und wurde 2025 denkmalgerecht saniert. 

Nach der Reformation wurde aus der Kommende später eine preußische Domäne. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden auf historischen Fundamenten stattliche Backstein- und Wirtschaftsgebäude, wie sie für diese Zeit typisch sind. Sie ordneten sich der Johanniskirche unter und bildeten zugleich einen eigenen Hof: groß, robust und landwirtschaftlich geprägt. 

Während der DDR war die Komturei Teil der LPG, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Viele Menschen aus Werben und der Umgebung verbinden bis heute Erinnerungen mit diesem Ort: Arbeit, Maschinen, Feste und das Kollektiv. Auch diese Zeit gehört dazu. Die Komturei war lange kein Denkmal im heutigen Sinn, sondern ein Nutzort.

Nach der Wende wurde das Gelände nur noch teilweise und eher informell genutzt. Es gab schöne Momente, wilde Partys, Public Viewings und spontane Aneignungen. Gleichzeitig nagten Wetter, Leerstand und fehlende Pflege an den denkmalgeschützten Gebäuden. Was früher ein wichtiger räumlicher Anker im Zentrum Werbens war, drohte Stück für Stück zu verschwinden. Mehrere Versuche, die Komturei neu zu beleben, verliefen im Sande. Vermutlich schauen deshalb viele Menschen in Werben heute sehr genau hin. Kritisch, interessiert und oft mit gedrückten Daumen. 

Für uns ist die Sanierung der Komturei mehr als die Rettung alter Mauern. Sie ist die Chance, einen geschichtsträchtigen Hof, der immer wieder von Gemeinschaften geprägt wurde, in die Gegenwart zu holen. Nicht als Museum. Nicht als Kulisse. Sondern als lebendigen Ort für Wohnen, Arbeiten, Urlauben und Zusammenleben. Gemeinschaft kann dieser Ort. Jetzt eben anders.

Was wir hier vorhaben

Werben liegt nicht irgendwo im Grünen. Werben liegt im ländlichen Raum Ostdeutschlands, wo demografischer Wandel, ausgedünnte Mobilität und Lücken in der Daseinsvorsorge sehr real sind. Genau deshalb braucht es hier nicht weniger Zukunft, sondern mehr davon. Nicht Kopf in den Sand. Kopf in den Wind! 

Auf dem Gelände der Komturei entsteht daher kein einzelnes Hausprojekt, sondern ein ganzer Hof neuer Möglichkeiten. Wir sanieren die historischen Gebäude Schritt für Schritt und geben ihnen neue Aufgaben. Ferienwohnungen im Verwalterinnenhaus, betreutes Wohnen im Alter im Langstall, Cluster-Wohnungen im Speicher, Arbeiten und temporäres Wohnen in der Scheune, dazu gemeinschaftliche Flächen im Hof und Garten. Jedes Gebäude bekommt so eine eigene Rolle. Zusammen bilden sie ein Modell dafür, was ländliche Entwicklung im Bestand heute sein kann: ökologisch, gemeinschaftlich, temporär nutzbar und attraktiv für Menschen, die nicht mehr sauber zwischen Stadt und Land trennen wollen.



Für uns ist die Komturei ein Modellprojekt. Nicht, weil hier alles neu oder schillernd werden soll. Sondern weil wir an einem schwierigen, denkmalgeschützten Ort ausprobieren, was an vielen Orten gebraucht wird: bezahlbare und flexible Wohnformen, neue Arbeitsweisen, mehr Begegnung, stärkere Verbindlichkeit, teilen von Ressourcen und eine Bauweise, die den Bestand ernst nimmt.

Die Gebäude werden nicht ersetzt, sondern saniert, repariert und weitergedacht. Vorhandene Materialien sollen wiederverwendet, neue Bauteile möglichst kreislaufgerecht eingesetzt werden. Energie, Wasser, Schatten, Pflanzen und Tiere werden im Konzept mitgedacht. Der Hof soll nicht nur funktionieren, sondern lebendig werden. Das bedeutet für uns “ökologisch”.

Wichtig ist auch das Temporäre. Nicht alle, die zur Komturei passen, werden sofort nach Werben ziehen. Manche kommen für ein paar Tage, andere für einige Wochen oder Monate. Zum Arbeiten, Ausprobieren, Pflegen, Bauen, Erholen oder Wiederkommen. Gerade darin liegt eine Chance: Die Komturei kann ein Einstieg sein in ein anderes Verhältnis zum Land. Nicht Landflucht rückwärts. Nicht Wochenendhaus-Romantik. Sondern ein Ort, an dem man testen kann, wie viel Werben ins eigene Leben passt.

Das alles entsteht nicht gegen den Ort, sondern mit ihm. In Werben gibt es längst Menschen, die Häuser retten, Feste organisieren, Kultur möglich machen und nicht darauf warten müssen, dass jemand von außen die Lösung bringt. Die Komturei will daran anschließen und etwas hinzufügen: Raum, Energie, Öffentlichkeit und ein paar neue Zumutungen. Denn ein Hof, der Zukunft behauptet, darf nicht nur hübsch sein. Er muss auch etwas leisten.




Das Verwalterinnenhaus

www.verwalterinnenhaus.de    


Baustart Oktober 2023  Fertigstellung Juli 2025
Das Verwalterinnenhaus ist das repräsentative und am besten erhaltene Gebäude des Ensembles. Es wird sensibel, denkmalgerecht und ökologisch saniert. Bauzeitliche Elemente wie bspw. einzelne noch vorhandene Fenster werden restauriert und wieder eingebaut. Neu hinzugefügte nicht bauzeitliche Teile wie die Gauben auf dem Dach oder die Balkone am Turm werden als abstrakte Volumen in zeitgenössischer Gestaltung klar differenziert. Vorhandene Materialien wie die Holzdielen der Böden oder Dachziegel werden wiederverwendet. Für die übrigen Baumaßnahmen ist eine kreislaufgerechte Verwendung ökologischer Materialien wie Lehm- und Kalkputze, Kalkestrich und Holzstürze vorgesehen.

Geplante Nutzung

Das Dachgeschoss wird ausgebaut, sodass insgesamt sechs Gäste- und Ferienwohnungen entstehen: Vier in den oberen Geschossen, sowie zwei barrierefreie Einheiten im Gartengeschoss mit direktem Zugang zum Hof. Jeder Wohnung ist ein Balkon oder eine Terrasse zugeordnet, die den Bewohner:innen zusätzlich zum öffentlich genutzten Hof privaten Außenraum bietet.



Konstruktion

Die Bestandswände sind aus historischen Ziegeln. Im Untergeschoss schliesst ein gemauertes Kappengewölbe die hinteren Räume ab. Vermutlich stammt dieses aus einer anderen Bauzeit als der Rest des VerwalterInnenhauses. Besonders interessant sind die Deckenaufbauten - die wärmedämmenden Füllungen werden ausgebaut und wiederverwendet. Das Dach wurde mit historischen und neuen Ziegeln eingedeckt, abstrakte, sich in Form und Volumen zurücknehmende Gauben belichten den Dachraum. Die Sanierung verzichtet bewusst auf den Einsatz von Zement und für das Verputzen der Wände und Decken wird Lehm- sowie Kalkputz verwendet. 

Seit Sommer 2025 können die Ferienwohnungen im Verwalterinnenhaus gebucht werden. Die erste Saison beginnt – und macht das Gebäude nach jahrelangem Leerstand wieder bewohnbar. Wer hier wohnt, erlebt nicht nur historische Bausubstanz und sorgfältige Handwerkskunst, sondern auch viel Ruhe, Ausblick und Atmosphäre. Die Wohnungen richten sich an Gäste, die das Besondere suchen – zwischen alten Ziegeln, Lehmputz und weitem Himmel.

Langstall

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Am Langstall lässt sich eine reichhaltige Geschichte verschiedenster Baumaßnahmen ablesen. Bauhistorisches Mauerwerk mit Zierfries, eine Rhytmisierung mit vorspringenden, einst die Futterluken markierenden Segmente, zugemauerte sowie neu hineingeschnittene Öffnungen charakterisieren die Fassade. Diese Collage wird ergänzt mit einer Struktur aus Stahlstützen, welche den neuen Dachstuhl trägt. Letztere Baumaßnahme ist zu verdanken, dass die Struktur des Gebäudes über die Jahre der Nicht-Nutzung vor Witterung geschützt wurde. Das effiziente, aber wenig bestandssensiblen Raster stellt eine spannende Entwurfsaufgabe dar, es steht in historischen Öffnungen, die Oberkante des Rohboden ist weit über dem bestehenden Terrain und der Zierfries wurde teils zugunsten des neuen Auflagers für Dachbalken zerstört. 

Geplante Nutzung

Für den Langstall ist barrierefreies Wohnen, betreut von einer Stiftung, geplant. Der Bedarf für barrierefreie Wohnungen ist in ganz Deutschland riesig und besonders in Werben, wo die Fachwerkhäuser zwar für großen Charme aber auch viele Barrieren sorgen.  Es sind 6 Studios, 1 Gemeinschaftsraum  und 2 grössere Wohnungen geplant. 



Konstruktion

Der Bestandsmauern sind aus historischen und neuzeitlichen Ziegeln, das Dach wurde 2016 als Sicherungsmaßnahme realisiert und ist dicht.  Für die Realisierung der Wohnräume ist ein demontierbares, vorgefertigtes Haus in Holz-Elementbauweise geplant. 

Konzept

AFEA sieht sich als Akteurin für eine begrenzte Zeit und hat dementsprechend geplant, den Bestand maximal zu erhalten. So entwickelte sich das Konzept vom “Haus im Haus”, welches lediglich die Bestandsöffnungen auf den Boden erweitert, um die Wohnnutzung mit genügend Licht versorgen zu können. Nachgebildete, abstrahierte Futterluken werden dem Wunsch der Denkmalpflege gerecht. Das gesamte Abrücken der neuen Struktur sorgt zudem für eine material-effiziente und bauphysikalisch-optimierte Hülle. Den zukünftigen BewohnerInnen wird es freistehen, wie sie ihren Alltag leben möchten - zum Hof im Osten oder zum Garten im Westen hin wohnen oder schlafen. So wird trotz der effizient bemessenen Wohnfläche eine Grosszügigkeit gewährleistet und die Möglichkeit, wählen zu können. Ein Rundlauf durch das barrierefreie Bad und Küche verhindert das Entstehen von nicht nutzbarer Verkehrsfläche. Den BewohnerInnen im Obergeschoss stehen loggiaähnliche Außenräume in den Futterluken zur Verfügung, grosse Terrassen befinden sich an den Gebäudeköpfen, wo die offene Dachfläche einen Blick auf das Haus-im-Haus geben.  

Interesse an sozialem Wohnen und Investment

Die barrierefreien Wohnungen im Langstall werden künftig von der Borghardt-Stiftung betrieben, die Betreuung und Vermietung übernimmt. Entstehen soll ein Ort für betreutes Wohnen – für Menschen mit Pflegebedarf, die im ländlichen Raum bislang kaum geeigneten Wohnraum finden.

Speicher

  


Im ehemaligen Rinderstall sind gemeinschaftlich-orientierte Wohnungen geplant. Flexible Grundrisse sollen auf sich ändernde Lebens- und Wohnverhältnisse reagieren können. So wird den BewohnerInnen ermöglicht, nach räumlichem Bedarf zu wohnen. Eine gewisse Anzahl von Wohnungen wird barrierefrei sein.



Konstruktion

Die Außenwände sind noch genug intakt, sodass diese weiter genutzt werden können. Die Tragstrutkur des Daches und der Innenräume war aber leider zu lange Wind und Wetter ausgesetzt, sodass sie geräumt werden müssen. Innen sollen kreislaufgerechte, demontierbare Materialien die neuen Wohnungen gestalten, sodass später einmal andere und neue AkteurInnen unsere Eingriffe weiter- und umbauen können. 

Gemeinsam leben, gemeinsam gestalten

Für den Speicher suchen wir Menschen, die nicht nur eine Wohnung suchen, sondern ein gemeinschaftliches Lebensmodell mitentwickeln möchten. Die geplanten Einheiten sollen Teil einer Genossenschaft werden – getragen von dem Gedanken, Ressourcen zu teilen, Verantwortung zu übernehmen und ein soziales Miteinander zu leben. Flexible Grundrisse, barrierefreie Einheiten und ein klimagerechter Ausbau bilden die Grundlage – der Rest entsteht durch die Gruppe selbst.

Scheune

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Der größte Baustein der Komturei ist die Scheune. Zwischen zwei Stirnmauern aus Ziegeln stehen erstaunlich gut erhaltene Binder aus Eichenholz. Sie lassen sich laut Zimmerer in ihre Einzelteile zerlegen, ausbessern oder ersetzen wo nötig, und wieder zusammenbauen. Markant aber auch bedrohlich schräg ragt der Turm aus der undichten Dachhaut hinaus. An ihm und der Holzbindern lässt sich leider der rasant vorschreitende Zerfall ablesen und beobachten. Möglichst bald soll das Gebäude gesichert werden. 

Die Scheune bietet mit ihrer Größe das Potenzial, stillem Gewerbe, Kreativen und Büros Arbeitsraum anbieten zu können. Nach Aussagen befreundeter Kreativen sind Studios in ländlichen Regionen als Pendant zum Sitz in der Stadt gern gesucht - mit der Bedingung, sie individuell, auf deren Bedürfnisse und vor allem finanziellen Mitteln abgestimmt ausbauen zu können. 

Geplante Nutzung

Einst wurden große Landwirtschaftsmaschinen untergestellt, die für den Betrieb der LPG notwendig waren. Das Waagehäuschen mit Waageplattform bzw. deren Grube vor der Scheune sind ein weiteres Relikt dieser alten Nutzung. Für die Zukunft ist die Aufteilung in 5 Einheiten geplant, wo das Essenzielle für eine Büro-, Studio- oder Werkstattnutzung zur Verfügung gestellt wird: Anschluss von Warm- und Kaltwasser, Heizung, Strom und Internet. Je nach Budget und Bedarf können die NutzerInnen den Raum weitergestalten.



Konstruktion

Die Stirnwände, sowie die Binder werden erhalten. Das Dach wird aufgrund seines desolaten Zustand durch ein neues ersetzt, das vollflächig mit Photovoltaik ausgestattet ist.

Konzept

Der Rohbau und die wärmegedämmte Hülle wird zum individuellen Ausbau zur Verfügung gestellt. Die Fassade wird mehrschichtig aufgebaut, so dass sich die nutzbare Fläche den Jahreszeiten anpassen lässt. Raum für Gemeinschaft Für die Scheune wird eine Baugruppe bzw. Genossenschaft gegründet: Menschen, die nicht nur Raum suchen, sondern ihn auch mitgestalten wollen. Ob Werkstatt, Atelier oder Büro – wer Teil des Projekts wird, kann den Ausbau der eigenen Einheit mitplanen und so individuelle Arbeits- und Lebensräume schaffen. Die Infrastruktur steht – Strom, Wasser, Wärme, Internet – der Rest entsteht gemeinsam.

Hof

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Wo früher schwere Landmaschinen fuhren und Mist gelagert wurde, blühen und gedeihen heute verschiedenste Pflanzen, Insekten und Vögel haben ihren Lebensraum im Hof. Das Wilde und Offene wird auch in Zukunft als Konzept aufgegriffen und für den barrierefreien Zugang zu den Häusern und Wohnungen leicht angepasst. Kinderwagen und Rollstühle, aber auch Rollatoren sollen den Hof schwellenlos passieren können. Für Autos und E-Bikes ist am südlichen Ende der Komturei ein begrünter, schattiger Parkplatz mit Ladesäulen vorgesehen.

Der Hof fasst alle Zugänge zu den Gebäuden zusammen und ist so groß, dass jedes Gebäude über einen ausreichenden Vorgarten verfügt. Die Durchfahrt mit motorisierten Fahrzeugen wird nicht erlaubt,  aber die beiden Tore werden immer für FußgängerInnen, RadfahrerInnen und Zubringer:innen offen sein. Der Hof soll vor allem auch Werberaner:innen und Menschen aus der Umgebung, TouristInnen und BewohnerInnen der Komturei zum Verweilen zur Verfügung stehen.  Es ist geplant, neue Bäume zu pflanzen, eine Wasserfläche in der ehemaligen Mistgrube anzulegen und weitere insektenfreundliche Stauden, Blumen und Gräser auszusäen.  




Komturei Werben


Die Komturei Werben ist ein ökologisches Modellprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Auf dem historischen Johannitergelände entstehen durch die behutsame Sanierung denkmalgeschützter Gebäude neue Orte für Wohnen, Arbeiten, Gastlichkeit und Gemeinschaft. Das Projekt versteht sich als Reallabor für nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum.

Kontakt 


Bei Interesse, Fragen oder Anregungen freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Gerne informieren wir Sie über den aktuellen Projektstand und senden auf Anfrage weitere Informationen oder Projektbroschüren zu. Für verschiedene Nutzungen führen wir zudem unverbindliche Interessent. Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen.

Mailadresse: mail(at)komturei.info
Postadresse: AFEA Kirchplatz 6 39615 Werben (Elbe)
Telefon: +49 1792010579

Mieten, Wohnen, Arbeiten und Unterstützen 


Die Komturei Werben versteht sich als Ort, der sich gemeinsam mit den Menschen entwickelt, die ihn nutzen, begleiten und mitgestalten.

Ob Sie sich für eine Wohnung, einen Arbeitsraum oder eine gewerbliche Nutzung interessieren, ein Projekt realisieren möchten oder die Entwicklung der Komturei auf andere Weise unterstützen wollen – wir freuen uns über den Austausch.

Auf dem Gelände entstehen unterschiedliche Wohn- und Arbeitsformen, gemeinschaftliche Räume sowie Angebote für Gäste und die Öffentlichkeit. Viele Bereiche befinden sich im Wandel und eröffnen Raum für neue Ideen, Kooperationen und langfristige Perspektiven.

Wenn Sie Teil dieses Prozesses werden möchten, sprechen Sie uns gerne an.



Die Komturei


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